Johnny
5. März 2010
In den letzten zwei Wochen war es bei mir totenstill was den SBX angeht. Am einzigen Ort, wo ich SBX oder Skicross sehen konnte, war im TV an der Uebertragung der Olympischen Spiele aus Vancouver. Leider konnten die Girls im Boardercross nicht wie erwartet zuschlagen, aber dennoch lieber eine Bronze-Medaille (die Olivia Nobs gewonnen hat. Bravo!) als gar keine.
Ich wollte doch noch etwas machen und beschloss, wieder einmal das Alpinboard anzuschnallen. Am letzten Wochenende stand der Europacup im Parallel-Slalom in Adelboden auf dem Programm. Leider wurde das Rennen am Freitag wegen zu viel Schnee abgesagt. Da ich mit dem falschen Board unterwegs war, konnte ich auch keinen Nutzen aus dem Neuschnee ziehen. Das Rennen am Samstag war für mich ungünstig ausgesteckt, der Kurs drehte zu viel, ich war zu schnell unterwegs. Schon bei der Besichtigung rümpfte ich die Nase und im Rennen lief es dann nicht gut, ich stürzte und konnte mich nicht einmal für den zweiten Lauf qualifizieren. Somit beschloss ich gleich, auch am nächsten Tag nicht zu starten, da ein Sturm angesagt war. Dafür machte ich am Sonntag einen Besuch in Frutigen, wo Mike Schmid als Olympiasieger im SX empfangen wurde. Es war ein würdiges Fest für seinen Erfolg, wie ihr auf dem Bild erkennen könnt.

Empfang Mike Schmid Frutigen
Johnny
17. Februar 2010
Letzte Woche war ich kaum aus Norwegen zurück, klopfte auch schon ein „Vertreter“ vom Antidoping-Verband an der Türe. Etwas überrascht, liess ich ihn ins Haus. Nach etwa 1,5 Stunden mit interessantem Gesprächsstoff, konnte sich der Herr mit meiner Urinprobe wieder auf den Heimweg machen.
Nach einigen Tagen im Büro, begab ich mich am Wochenende auf die Piste. In Adelboden fand ich ganz gut geschapte Kicker. Doch als ich einmal zu fest stürzte und ich wieder meine Rippe des Sturzes von Anfangs Januar spürte, liess ich es sein. Vielleicht ist es besser, wenn ich mich derzeit schone.
Da ich momentan ohnehin keine Möglichkeit habe SBX-Rennen zu fahren wegen Olympia, lenke ich mich ab und mache etwas Anderes. Ich starte ich in zwei Wochen wieder einmal an einem Alpin-PSL. Also stand ich am Sonntag nach einem Jahr wieder einmal auf einem Alpin Board und trainierte. Am Anfang war es komisch, doch schon bald hatte ich wieder ein gutes Gefühl auf dem Board.
Johnny
11. Februar 2010
Nach einigen Tagen mit viel Frust im Bauch, entschloss ich mich, nach Norwegen zu fliegen und nicht in die Ferien. In Norwegen war noch ein Europacup auf dem Plan. Also flog ich am Donnerstag morgen schon um 7 Uhr in Zürich ab. In Oslo angekommen machte ich mich mit den andern SBX- Fahrern aus der Schweiz in Richtung Kongsberg auf. Da die Mietautos zu teuer waren, nahmen wir den Zug.
In Kongsberg „Königsberg“ angekommen, wurden wir von B-Kader-Trainer abgeholt, der mit dem Bus und einigen Fahrern schon eine Woche in Norwegen war.
Am nächsten Tag war ein Training angesagt. Der Kurs war nicht zu vergleichen mit einem Weltcupkurs ,aber dennoch gut fahrbar, was sich am nächsten Tag änderte. Denn im Training vor dem ersten Rennen kam ich nicht mehr gut zurecht. Dennoch schaffte ich die 7. Zeit in der Quali, aber das Rennen war dann schon in der ersten Runde fertig für mich. Schon in der ersten Kurve wurde es eng und der Fahrer vor mir, holte mich mit einer unerwarteten Kurve vom Board.
Am nächsten Tag wusste ich, was ich zu machen hatte. Ich wollte doch nicht ohne einige Runs gefahren zu sein, wieder von Norwegen abreisen. Ich lag an zweiter Stelle als der Fahrer vor mir im ersten Final-Lauf in der Bank direkt vor mir stürzte. Somit war das Rennen schon wieder vorbei. :-(
Nach dem Rennen machte ich mich mit einigen andern Ridern auf den Weg nach Oslo auf, um wenigstens eine gute Party zu haben. Doch schon am Bahnhof, erfuhr ich, dass am Sonntag alle Discos in Norwegen zu sind. Super! ;-) Wir hatten dennoch einen super Abend! Leider gelang mir diese Europacupteilnahme gar nicht. Ich hatte nichts erreicht und nur hohe Kosten. Vielleicht geht es beim nächsten besser… ;-)
Johnny
3. Februar 2010
Ich fahre ja auch nur Snowboardcross als taktische Unterstützung, da ich leider kein Talent besitze und auch kein Potenzial habe. So klar wurde ich noch nie über meine Fähigkeiten aufgeklärt. Vielen Dank auch Gian Gilli.
Sport Aktuell vom 03.02.2010 / Olympia-Selektion für Vancouver
Johnny
1. Februar 2010
Die letzte Woche war für mich nicht ganz einfach. Der Trainer teilte mir schon nach dem Rennen in Québec mit, dass ich trotz nicht geschaffter Olympia-Limite eventuell mitfahren kann. Er glaubte an mich und meint, dass ich technisch besser geworden bin. Ich hatte ja diese Saison oft Pech. Einmal muss es ja besser werden. Am Mittwoch wurde mir mitgeteilt, dass Swiss-Ski die Selektionen veröffentliche, aber sie für meine Selektion noch mehr Zeit brauchen. Am Freitag wurde mir mitgeteilt, das es immer noch ein wenig dauern wird. Mir war nicht ganz klar, wieso es so lange dauerte. Es musste wohl einen Zusammenhang mit anderen Selektionen haben. Jedenfalls ist das meine Auffassung. Am Sonntag morgen schrieb mir der Coach, dass Swiss-Ski ein Meeting hat, bei welchem wahrscheinlich auch Swiss-Olmpic vertreten sein würde. Am Abend erhielt ich dann die definitive Absage, was mich verständlicherweise nicht glücklich stimmte. Nun, das Leben geht weiter und ich denke, es gibt Schlimmeres. Glücklicherweise war meine Verletzung, die ich mir am Rennen in Kanada zugezogen habe, nicht so schlimm. Darum bin ich jetzt schon wieder fit und dafür bin ich dankbar.
Johnny
29. Januar 2010
Schon einige Male war ich in Quebec, um an einem Rennen teil zu nehmen und schon mehrmals stand viel auf dem Spiel. So auch jetzt: Olympiateilnahme oder nicht!? Schon der erste Anblick am Vortag vom Sessellift aus, machte mir Freude. Der Kurs war attraktiv gebaut worden und ich hatte schon richtig eine Vorfreude im Bauch. Im ersten Training legte sich aber die Freude. Nachdem ich dreimal am selben Ort gestürzt war, fand ich den Kurs gar nicht mehr lustig. Zum Schluss des Trainings fand ich doch noch das richtige Mittel, um den Kurs zu meistern, Aber der A…llerwerteste tat mir richtig weh von den stürzen. Am nächsten Tag lief im Training alles wie geschmiert .Ich fuhr zwei Superläufe. Nun ging es um die Qualifizierung. Den Start erwischte ich gut, die Problemstelle passierte ich fehlerlos. Eine kurze Unaufmerksamkeit hatte aber dann grosse Folgen. Ich verpatzte einen Step-Up und landete anschliessend rückwärts auf dem nächsten Roller. An die nächste halbe Stunde erinnere ich mich nicht mehr. Erst als ich unten am Parkplatz im Rettungsschlitten wieder erwachte, wusste ich definitiv, dass etwas nicht in Ordnung war.
Nach einer halben Stunde fahrt ins Spital von Quebec, wurde ich als erstes geröntgt. Es bestand die Möglichkeit, dass ich mir einen oder mehrere Wirbel gebrochen haben könnte. Dies bewahrheitete sich zum Glück nicht. Somit hatte ich mir nur eine deftige Hirnerschütterung eingefangen. Da ich schon vor ca. einem Jahr eine hatte, wusste ich, wie ich mich in den nächsten Tagen verhalten sollte. Schlafen, schlafen und noch einmal schlafen. Nun bin ich wieder zuhause und es sind ein paar Tag vergangen. Ich fühle mich schon wieder ganz okay, aber dennoch bin ich natürlich enttäuscht von der Leistung, die ich gebracht habe. Aber andrerseits auch glücklich, dass mir nichts Schlimmeres passiert ist. So wie ich in den letzten Tagen im Blog gelesen habe, haben nicht alle so viel Glück wie ich. Euch allen gute Besserung!

Quebec City
Johnny
27. Januar 2010
Nun, immer noch müsste ich in die Top 16 fahren um die Minimal-Limite für Olympia zu schaffen. So schwer kann das ja nicht sein, einmal in die Top 16 zu fahren, oder? Bad Gastein hatte ich verdaut und machte mich mit neuem Mut auf nach Veysonnaz ins Unterwallis. Die ersten Stimmen von Kameraden machten mir anfänglich nicht so Mut und verursachten bei den Meisten, eher ungute Gefühle. Der Kurs soll einer der schnellsten der letzten Jahre sein. Aber man soll ja nicht immer alles glauben, was erzählt wird, dachte ich mir und ging die Sache positiv an.
Am nächsten Tag bei der Besichtigung machte ich mir einige Gedanken, dachte aber: es wird schon gehen. Im Training lief es mir nicht so schlecht. Somit konnte ich mich schon auf die Quali freuen…. Training gut, Quali gut. Ich war optimistisch. Dies zeigte sich aber erst am nächsten Tag. Im ersten Qualilauf fuhr ich sicher und schnell und beendete den Lauf als 21. Im zweiten Lauf wurde es durch weniger Sonne etwas langsamer und ich blieb auf meinem 21. Rang.
Das waren keine einfachen Gegner, die ich mir so fürs Finale ausgesucht hatte. Neben dem mehrfachen Weltmeister Xavier de la Rue, traf ich auch auf den mehrfachen X-Games Gewinner Nate Holland. Den Start erwischte ich nicht nach Wunsch und befand mich bei der ersten engeren Stelle des Kurses auf dem dritten Platz. Diesen behielt ich auch bis kurz vor dem Ziel. Im letzten Angriff über die Zielgerade fehle mir am Schluss leider 1m um mich für die nächste Runde und somit auch für Olympia zu qualifizieren. Darum musste ich frühzeitig die Heimreise antreten.
Das einzig Positive an der Situation war, dass mir der Trainer noch eine Chance in Quebec (CAN) gab, um alles klar zu machen.
Johnny
1. Januar 2010
Das letzte Jahr habe ich ausklingen lassen und mir für das 2010 viel vor genommen. Natürlich ist dabei die Qualifikation für die olympischen Spiele in Vancouver zentral. Da das Wetter es nicht gut mit uns meinte und es zurzeit zu viele Leute auf der Piste und an den Liften hat, habe ich mich nur selten auf der Piste gezeigt. Für mich ist es auch immer wieder wichtig, mir ein wenig Abstand vom Schnee zu verschaffen. Damit bin ich dann immer wieder voll motiviert um Vollgas zu geben, wenn es darauf ankommt.
Ich wünsche euch allen ein gutes neues Jahr mit viel Schnee und keinen Unfällen.
Johnny
1. Januar 2010
Am Montag 14.Dez.08 machten wir uns auf den Weg in Richtung Telluride. Laut Wetterbericht sollte es schneien, was zum Glück nicht eintraf. Somit waren wir nach ca. 6h Fahrzeit am Zielort.
Nachdem wir einen Tag frei hatten, ging es am Mittwoch zum ersten Mal in den Rennkurs. Mit einem Kurs von1 Minute 10 Sekunden Laufzeit wurden unsere Lungen ziemlich gefordert, angesichts dass Telluride auf 2600m liegt und der Kurs auf ca. 3000m Höhe gebaut wurde. Das erste Training lief ganz gut für mich, was mich für die Quali zuversichtich stimmte.
In der Quali am Freitag ging es um viel, denn wenn ich die Quali nicht schaffen würde, könnte ich wahrscheinlich am nächsten WC nicht starten. Angesichts dieser Situation versuchte ich einen einigermassen sicheren und fehlerlosen Run zu fahren. Das mit dem fehlerlos schaffte ich nicht. Aber als ich über die Ziellinie fuhr, wurde mir der neunte Rang auf der Zeitanzeige angezeigt. Da ich der sechstletzte Fahrer war, wusste ich, dass es ein superschneller Lauf gewesen sein musste. Im zweiten Lauf wollte ich noch einen drauf setzen, doch schon nach den ersten 5 Fahrsekunden, die aus 3 Rollern und 2 U-Tans bestanden, stürzte ich und konnte zurück an den Start laufen. Dennoch resultierte mit einem 11. Quali-Rang, mein bestes Ergebnis im WC.
Das Rennen kann ich leider kurz fassen. Meine Gegner waren Ross Powers (USA), Vincent Valery (FRA) und Jayson Hale (USA). Der Start ist mir nicht schlecht gelungen, doch schon beim ersten U-Tan flog ich zu weit. Somit zogen beim nächsten Kicker alle an mir vorbei. Am Schluss wollte ich noch einmal angreifen, doch ein weiterer Fehler machte den Angriff zunichte. Somit war das Rennen für mich gelaufen und ich konnte die Rückreise antreten.
Johnny
19. Dezember 2009
Wie schon gesagt, am 9. Dezember bin ich von Zürich abgeflogen in Richtung Amerika. Wir flogen mit Zwischenstop in Washington nach Denver. Wie es so üblich ist, muss man beim ersten betreten von US-Boden über den Zoll gehen. Wir mussten nur ca 1.5 Stunden anstehen, bis wir endlich die Green Card in unserem Pass hatten. Wenn ich von uns schreibe, meine ich das Schweizer SBX Team. Zuerst dachten wir, dass es nicht reicht, um den Anschlussflug zu erreichen. Doch da dieser auch Verspätung hatte, hatten wir Glück. Nach insgesamt 25 Stunden Reisezeit erreichten wir unser Hotel in Denver, wo wir endlich todmüde ins „Koma“ fielen.
Am nächsten Morgen machten wir uns auf den Weg nach Friso Colorado. Kaum in Friso angekommen, machten Fabio und ich uns auf den Weg nach Silverthorne. Silverthorne ist bekannt für seine Outlet-Läden. Ich habe mich ganz wohl gefühlt und habe ein wenig die amerikanische Wirtschaft unterstützt. ;-)
Die nächsten 3 Tage hatten wir Training. Wir waren 2 Tage in Keystone und ein Tag in Breckenridge. Wir sind vorwiegend Kicker gefahren. Es hat uns alle erstaunt. Obschon es in beiden Orten fast keinen Schnee hatte, haben sie Parks aufgestellt, von denen man in der Schweiz nur träumen kann. Jedenfalls zu dieser Jahreszeit.
Am Montag machten wir uns auf den Weg zum Rennort, Telluride (CO). Im nächsten Blog erfahrt Ihr, wie es mir im ersten Training und dem Rennen ergangen ist.